Die passende Wärmepumpe ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren
Bauliche Gegebenheiten, gesetzliche Vorgaben, der Wärmebedarf sowie finanzielle Aspekte spielen dabei eine zentrale Rolle. Die folgenden Punkte zeigen, worauf es bei der Entscheidung ankommt.
Gesetzliche Vorgaben und mögliche Wärmequellen
Ob Luft, Erdreich oder Grundwasser als Wärmequelle genutzt werden kann, hängt von kantonalen und kommunalen Bau‑ und Zonenvorschriften ab. Dazu zählen unter anderem Bewilligungen sowie minimale Grenzabstände zu Nachbargrundstücken für Aussengeräte oder Erdsonden. Diese Rahmenbedingungen bestimmen, welche Wärmepumpentypen für ein Ein‑ oder Mehrfamilienhaus überhaupt realistisch sind.
Platzverhältnisse im Innen‑ und Aussenbereich
Die Platz‑ und Zugangsverhältnisse sind ein zentraler Faktor bei der Wahl des Systems. Für Erdsonden‑ oder Grundwasser‑Wärmepumpen muss der Zugang für Bohrgeräte gewährleistet sein und die Leitungslänge bis zum Heizraum berücksichtigt werden.
Bei Luft/Wasser‑Wärmepumpen gibt es zwei Installationsarten. Aussenaufgestellte Wärmepumpen benötigen meist nur einen kleinen Wanddurchbruch und lassen sich besonders kostengünstig installieren. Innenaufgestellte Wärmepumpen benötigen Zu‑ und Abluftkanäle, beanspruchen mehr Platz im Heizraum, sind dafür oft leiser wahrnehmbar, vor Witterung geschützt und die einzige Variante, die häufig ohne Baubewilligung realisiert werden kann.
Wärmebedarf und Dimensionierung
Die passende Grösse der Wärmepumpe ergibt sich aus dem tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes. Relevant sind insbesondere der Energieverbrauch der letzten drei bis fünf Jahre sowie die beheizte Fläche in Quadratmetern. Diese Angaben bilden die Grundlage für eine korrekte Dimensionierung, die Effizienz, Komfort und Lebensdauer des Systems sicherstellt.
Bauliche Gegebenheiten und bestehende Technik
Der energetische Zustand des Gebäudes beeinflusst die benötigte Heizleistung wesentlich. Gut gedämmte Gebäude benötigen weniger Heizleistung. Ebenso in die Planung einzubeziehen sind bestehende oder geplante Photovoltaik‑ oder Solaranlagen sowie die Art der Wärmeverteilung (Fussbodenheizung oder Radiatoren), da diese unterschiedliche Vorlauftemperaturen erfordert.
Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit
Wärmepumpen verursachen höhere Investitionskosten als fossile Heizsysteme, dafür sind Energie‑ und Wartungskosten deutlich tiefer. Sie nutzen zu einem grossen Teil kostenlose Naturenergie und sind wartungsarm. Mittel‑ und langfristig rechnet sich die Investition: Wärmepumpen sind auf die gesamte Betriebszeit gesehen die günstigste Art, zu heizen. Dank Förderprogrammen von Kantonen und Gemeinden reduzieren sich die Investitionskosten für Hauseigentümer. Die Investitionskosten können zu 100 % steuerlich abgezogen werden, auch über mehrere Steuerperioden verteilt.